ralf krause - musik
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Was die Presse sagt:
"Planta del Pie"
Tanzsolo von Paula E. Paul, Regie: Petra Bogdahn


"Sie scheint alle Zeit der Welt zu haben. Erst schnäuzt sich die junge Frau die Nase, dann kramt sie gemütlich in ihrer Jackentasche. Kurz darauf kommt ein Butterbrot zum Vorschein, das sie sich genüsslich grinsend einverleibt. Eine Frau beim Vespern? Ja, was weiter eigentlich nichts besonderes wäre, fände das Ganze nicht im Treffpunkt Rotebühlplatz als "ein Tanzabend am Rande des Flamenco" statt. Denn wer spanischen Tanz in Reinform erwartet hatte, war wohl ziemlich enttäscht.
So brauchte die Tänzerin und Choreographin Paula E. Paul für ihr erstes Solostück "Planta del Pie" (Fußsohle) weder raschelnde Volantröcke mit Pünktchen noch einen klassischen Toquaore, einen Flamencogitarristen. Zumindest nicht einen im üblichen Sinne. Zwar kennt sich der Musiker Ralf Krause nicht nur in andalusischen Gepflogenheiten aus .... sondern kann auch versiert Flamencogitarre spielen. Doch für "Planta del Pie" ließ er die im Schrank und begleitete Paul mittels Mischpulten. Was keinesfalls zum Schaden der Performance war, so vermischte Krause in seiner live geregelten Konservenkomposition Klassikschnipsel aus Vivaldis "Jahreszeiten", Hufgeklapper der "Caballeros", Atemgeräusche oder treibende Elektrobeats zu einer spannenden Soundcollage...."
Petra Mostbacher-Dix, Stuttgarter Zeitung, 28.06.2002
 
"The dark side of time" von Jo Fabian:

"...Meistens barfuß, mal auch auf Spitze vollführen die drei Frauen in den wadenlangen Röcken romantischer Ballerinen in Zeitlupe wehmütige Posen. Und über die jazzige Musik von Ralf Krause spricht eine lakonische Männerstimme aus dem Off pointengierige Nonsenstexte, die von verdrängter Kindheit und unsicheren Erinnerungen handeln...."
Jochen Schmidt, Frankfurter Allgemeine, 15.02.2001
 
"... Knapp drei Stunden dauert The dark side of time. Doch Langeweile kommt selten auf...... Gefällige Vielfalt ersetzt formale Strenge. Im immer neu gebundenen bunten Strauß aus Bewegung, Bild, Film, Text, Musik und Geräusch findet jeder seine Lieblingsblume."
Brigitte Heilmann, Die Welt, 12.02.2002
 
"...Erwartet wird ein dreiteiliger Abend, über den Fabian sagt, er stelle so etwas wie die Bilanz seiner Forschungen dar, eine resümierende Trilogie, die Schauspiel, Tanz und Musik in all ihrer Widersprüchlichkeit zusammenführe...."
Franz Anton Cramer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2001
 
"Lighthouse" von Jo Fabian:

"...Jo Fabian ist ein Verrückter, eindeutig. Ein ironisch augenzwinkernder Verführer, Meister der Täuschungs- Manöver. Er macht einen besoffen mit der Schönheit seiner Inszenierungen. Licht und Musik, Bühne, Kostüme, seine Figuren und deren Tanz folgen jeweils einem hermetischen Gesamtdesign und während man die Farben, Klänge, Bewegungen genießt, stülpt er einem den Kopf um. Man glaubt zu verstehen und merkt erst später, daß Fabian mit unserer Wahrnehmung gespielt hat, daß die Welt, die er uns zeigt, einen ganz anderen Kern hat....."
Frank Schmid, Galerie des Theaters Radio Kultur, 09.01.2000
 
"Die andere Seite - House of Lorca III" von Jo Fabian:

"....Das Stück voller aberwitziger Situationen und Konstellationen, Lorca-biografischer Anspielungen und Fabian-eigener Kommentare endet in einem Bild heilloser Verblüffung.....Wie immer man Fabians neues Stück für sich interpretieren mag: Ein geglücktes ästhetisches Kompositum aus Idee, Bewegung, Bild und Musik ist es allemal - bestes Theater also."
Volkmar Draeger, Berliner Morgenpost, 02.05.1999
 
"....Das Theater ist kein Theater mehr. Zumindest läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob die Bühne noch eine Bühne ist. Sie öffnet sich wie ein Gemälde von Dali, von surrealen Figuren belebt, drei Männer, eine Frau und noch ein Mann, die sich um eine übermannshohe Staffelei bewegen, um die Leinwand herum, auf der sie sich selber wahrnehmen könnten in ebenso surrealen Videosequenzen. Die Klänge, die den Raum beherrschen, öffnen eine eigene Dimension, ein Vibrato der Welt, eine Folie, die an manchen Stellen das Geschehen überzieht, sich an anderen löst, bläht. Fremd gehen sie um, alle miteinander und mit sich....."
Volkmar Draeger, Berliner Morgenpost, 02.05.1999
 
"Pax Germania" von Jo Fabian:

"Scharfer und amüsanter Blick auf Germania ...Im Herbst '97 sieht alles nach Lähmung und Stillstand aus, die beiden deutschen Nachkriegskulturen haben sich selbst zerrieben, daran hat die Vereinigung nichts geändert. Fabians Blick auf die DDR-Gesellschaft, ihre Hoffnungen und Verzweiflungen, ist ätzend-scharf und gleichzeitig amüsant-witzig in der Umsetzung. Provokation von Anfang bis Ende, denn obwohl die Uhren auf beidseits angebrachten Monitoren jede Sekunde zählen, weiß der Zuschauer nicht, wann hat es begonnen, wann wird es enden...
..... Die Musik-Collage markiert deutlich den Wendepunkt. Ab dem Mauerfall zählt die Uhr vorwärts und vorsichtig tasten sich die Protagonisten den Weg in unbekanntes Terrain. Die früheren Akteure scheitern dramatisch... zum Schluß droht Honecker: Der Sozialismus steht irgendwann auch vor Ihrer Tür. Das Publikum ist direkt angesprochen....Schließlich war und ist alles auf den Westen ausgerichtet. Irritation und Amüsiertheit ist die Folge, und die neuerliche Erkenntnis, daß die "Pax Germania" keineswegs friedlich ist."
Dagmar Klein, Gießener Allgemeine, 03.12.1997
 
"Autist World" von Jo Fabian:

"Zeitvergessen spielt ein Gitarrespieler im Zentrum der halbdunklen Bühne des Theaters am Halleschen Ufer, während die Zuschauer in den Saal strömen und ihre Plätze einnehmen. Unbeeindruckt spielt er weiter, als alle längst stillsitzen und warten, daß das Stück beginnt. Stoisch spielt er auch dann noch, als Unruhe wie ein kalter Wind durch die Reihen der Zuschauer geht, die unsicher sind, die sich um ihre Theatererwartungen betrogen fühlen, weil sie zu glauben beginnen, Jo Fabians Event "Autist World oder Alles, was ich über Tanz weiß" würde sich im Musizieren, würde sich im Desinteresse, in der Emanzipation des Schauspielers vom Zuschauer erschöpfen. Doch zum Glück für die Erwartungshaltungen im Saal tritt ein Mann an den Gitarrespieler heran und ... rasiert gelassen dessen Haare ab, während der weiter spielt. Ein Tänzer erscheint als Schattenbild an der Bühnenwand und führt Künste vor, wächst ins Heroische, aufgepäppelt von klassischem Tänzervokabular und vom Licht, ein Führer, Verführer, ein Leitbild. Eine schwangere Frau mit Ballettschuhen wandert tippelnd hin und her......
..... Jenseits der bekannten Kausalität reihen sich diese seltsamen poetisch-ästhetischen Sequenzen aneinander oder überlappen sich, ohne miteinander zu kommunizieren, perfekt von Fabian in Szene gesetzt. Sie teilen nur zufällig denselben Raum und dieselbe Zeit oder sie warten darauf, nach einer unbekannten Logik wie die Punkte eines Bilderrätsels verbunden zu werden. Die Performance "Autist World" war ein Experiment mit dem Phänomen der "Anwesenheit einer noch nicht erzählten Geschichte" oder vieler, die nicht zu ihrem Ende kommen, zu ihrer Allgemeingültigkeit. Ihr Sinn, ihre Entwicklung verschließen sich autistisch. Der Zuschauer kann sie nur durch seine Imagination in bestimmte Richtungen vollenden und dadurch "verfälschen". Durch extrem ausgedehnte Zeitspannen, in denen nichts geschieht oder ständige Wiederholungen stattfinden, schafft Fabian Räume für mentale Ausflüge. Durch die Langsamkeit der Zeit wird für den Zuschauer eine Dimension erfahrbar gemacht, die normalerweise nur denkbar, träumbar ist und als theatralisch nicht umsetzbar gilt: Die Dimension der Möglichkeiten."
Mario Stumpfe, Neues Deutschland, 03.06.1996
 
Potsdamer Gitarrenfest:

"....Können bewiesen Peter Gottschall mit zum größten Teil eigenen Kompositionen, Steffen Junghans, Thomas Barthel und Ralf Krause alias Flamenco-Krause. Er stellte den Höhepunkt des Abends dar und fand selbst zu ziemlich vorgerückter Stunde aufmerksame Zuhörer für seine rasenden Flamencorhythmen, die er mit höchster Perfektion beherrscht..."
Katja Staiger, Potsdamer ???, Datum ???
 
              Musik © copyright: Ralf Krause